Video: Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des 200. Geburtstages von Rabbiner Abraham Geiger in Berlin

Video Feature on the Abraham Geiger College, DW World, January 2007

Reportage über die Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg, Deutsche Welle, Januar 2007

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Veranstaltung

17.11.2008


In Zusammenarbeit mit dem Abraham Geiger Kolleg, der Jüdischen Zeitung sowie der Auflagenstärksten türkischen Tageszeitung ZAMAN laden wir Sie als FID BERLIN e.V. (www.dialog-berlin.de ) recht herzlich zur Veranstaltung „Im türkischen Exil - Der Beitrag deutscher Exilanten für die Entwicklung der modernen Türkei“ im Ernst-Reuter-Haus am Dienstag, den 02. Dezember 2008 um 19.00 Uhr ein. (Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltung )

Wer an die Türkei denkt, dem fallen zunächst Schlagwörter wie Gastarbeiter, EU-Mitgliedschaft oder Nato-Bündnispartner ein, nicht ganz ohne eine gewisse Überheblichkeit. Selten gehen die ersten Assoziationen aber soweit, dass die damals benötigten Gastarbeiter längst keine mehr sind, sondern integraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Wir möchten mit diesem Vortragsabend den Blick auf ein Kapitel der Geschichte lenken, der allzu oft von Deutschland vergessen scheint.

1000 deutschsprachige Wissenschaftler, Architekten, Techniker, Künstler und einige Handwerker samt ihrer Familien flohen nach der Machtergreifung in die damals noch junge türkische Republik. Anders als in allen anderen Zufluchtsländern waren die Emigranten in Istanbul und Ankara in der Lage, sofort wieder der Arbeit nachzugehen, die sie in Deutschland aufgegeben hatten. Die Regierung hat sich gegen den Druck der Nazis gestemmt, die Emigranten auszuweisen. Viele von ihnen blieben auch nach dem Krieg, manche nahmen sogar die türkische Staatsbürgerschaft an.

Besonders die Hochschule in Istanbul, lässt sich ohne das deutschsprachige Exil nicht denken. An fast allen Instituten übernahmen dıe deutschen Emigranten die Forschung. Der Frankfurter Jurist und spätere Mitbegründer der Berliner Freien Universität, Ernst Hirsch, etwa baute das Institut für Rechtswissenschaft auf und gab der Türkei ihr Handelsrecht. Siegfried Oberndorfer gründete den Lehrstuhl für Pathologie. Der Kinderarzt Albert Eckstein betätigte sich nicht nur in der Forschung, sondern entwickelte für die Regierung auch eine flächendeckende Gesundheitsversorgung. Mit ihrer Hilfe gelang es, die Kindersterblichkeit von über zwanzig auf zwölf Prozent zu senken.

All diese exemplarisch aufgeführten Namen mit ihren individuellen Biographien zeigen deutlich, welche intellektuelle Größen und Persönlichkeiten meist in der Diskussion um die deutsch-türkischen Beziehungen vernachlässigt werden.

Es ist uns eine Freude als Ehrengast und Redner Herrn Thomas Kossendey (MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Vorsitzender der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe) begrüßen zu dürfen.

Thema:
Im türkischen Exil

Der Beitrag deutscher Exilanten für die Entwicklung der modernen Türkei

Datum:
Dienstag, 02.12.2008, 19.00 Uhr
Referenten:

Thomas Kossendey MdB
Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung

Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka
Rektor des Abraham Geiger Kolleg

Oktay Yaman
Journalist und Politologe, ZAMAN International Newspaper

Moderation:
Ercan Karakoyun
Geschäftsführender Vorsitzender FID BERLIN e.V.

Ort:
Ernst-Reuter Haus, Straße des 17. Juni, 10623 Berlin, Saal B


Gemeinsam mit dem Abraham Geiger Kolleg möchten wie Sie recht herzlich dazu einladen, über diesen Aspekt der deutsch-türkischen Geschichte nachzudenken und zu diskutieren.

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