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Through investigation of the particular to knowledge of the universal, through acquaintance with the past to understanding of the present time, through reason to faith. (Abraham Geiger)

Das Kolleg in der Nachfolge der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums

1942 schlossen die Nationalsozialisten die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin - das Ende einer Ära, die mit Abraham Geiger ihren Anfang genommen hatte. 1836 hatte dieser die Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät gefordert, um sich im Geist akademischer Freiheit der jüdischen Tradition zu widmen.

Das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam sieht sich in der Tradition der Wissenschaft des Judentums. Gemeinsam mit der School of Jewish Theology bildet es die erste jüdisch-theologische Einrichtung mit Fakultätscharakter in der Geschichte der deutschen Universität. Das 1999 gegründete Kolleg wird getragen durch den Bund, das Land Brandenburg und die Kultusministerkonferenz, den Zentralrat der Juden in Deutschland und die Leo Baeck Foundation. Es bietet eine akademische Beschäftigung mit der Jüdischen Theologie im Rahmen einer staatlichen Universität. Ziel ist das Verständnis des Judentums in einem pluralistischen Zusammenhang.

Mit der Eröffnung der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam erfüllt sich nach fast zweihundert Jahren die Forderung nach der Gleichberechtigung der jüdischen Theologie mit den christlichen Theologien und dem Islam. Der in Europa einmalige Studiengang steht Interessierten unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit offen und spannt einen Bogen von der Hebräischen Bibel über die theologischen Werke des Mittelalters zu den Denkern und Diskursen der Moderne.

»Jüdische Theologie ist der Versuch, den tieferen Sinn der jüdischen Religion beständig neu zu durchdenken« (Louis Jacobs).

Das Studium bietet Einblicke in die jüdische Religionspraxis in Geschichte und Gegenwart. Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse der facettenreichen jüdischen Religionsgeschichte in ihrer gesamten 3000jährigen Entwicklung. Die inhaltlichen Schwerpunkte reichen vom rabbinischen Judentum der Antike und des Mittelalters bis zum modernen Judentum in seiner ganzen lebendigen Vielfalt. Intensive Hebräisch- und Aramäischkurse ermöglichen Ihnen schon in den ersten Semestern eine selbstständige Auseinandersetzung mit den antiken wie auch neuzeitlichen Quellen.

Als Expertin/Experte auf dem Gebiet der jüdischen Religion eröffnet sich den Absolventen auch unabhängig vom geistlichen Amt eine Vielzahl von unterschiedlichen Arbeitsfeldern: in Archiven und Museen mit jüdischen Beständen, Gedenkstätten, jüdischen und nichtjüdischen Bildungs- und Kultureinrichtungen, bei Institutionen, die sich um den Erhalt des jüdischen Erbes im In- und Ausland bemühen, beim Denkmalschutz oder in der Denkmalpflege. Für die jüdischen Absolventinnen und Absolventen kommen berufliche Tätigkeitsfelder in jüdischen Gemeinden, Schulen und anderen jüdischen Einrichtungen hinzu. Hierzu zählt auch die Krankenhaus- und Altenheimseelsorge. Ferner können Studierende nach dem Studium über religionsbezogene Berufe hinaus auch in anderen Bereichen erfolgreich tätig werden, beispielsweise im Verlagswesen und in den Medien, im Personalwesen, im Wohlfahrts- und Stifungswesen, in der Unternehmenskommunikation und in der politischen Arbeit.

Informationen zum Berufsfeld Rabbiner/-in finden sie hier.

Informationen zum Berufsfeld Kantor/-in finden sie hier.

Der Studiengang Jüdische Theologie ist als Ein-Fach-Bachelor bzw. Ein-Fach-Master konzipiert. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören Jüdische Religionsgeschichte und –philosophie, Hebräische Bibel und Exegese, Rabbinische Literatur, Halacha und Liturgie, Religionspädagogik und Homiletik sowie Hebräisch und Aramäisch.

Zur Website der School of Jewish Theology

Teil der Arbeit ist unser Zentrum für das jüdisch-geistliche Amt: Rabbinische und kantorale Studien werden in dem umfassenden Lehrplan der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam verankert und so in das große Umfeld einer Universität eingebettet. Dies fördert das Verständnis des Judentums in einem pluralistischen Zusammenhang. Damit eröffnet sich für einige unserer jüdischen Studierenden die Chance, sich auf den Beruf des Gemeinderabbiners oder Kantors vorzubereiten.

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